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Die primäre Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) ist ein seltenes, progredientes, hereditäres metabolisches Steinleiden, das potenziell lebensbedrohlich ist und häufig mit Nierensteinen einhergeht.1–3
Die primäre Hyperoxalurie (PH) beschreibt eine Gruppe autosomal-rezessiver metabolischer Steinleiden, die auf Defekte verschiedener am Glyoxylat-Stoffwechsel beteiligter Enzyme zurückzuführen sind, die zu einer Überproduktion von Oxalat in der Leber führen.2,3 Es gibt drei Arten von PH: PH1, PH2 und PH3, die jeweils durch einen Defekt in einem anderen Enzym verursacht werden.3
Die PH1, die häufig mit Nierensteinen einhergeht, wird durch autosomal-rezessive Mutationen im AGXT-Gen verursacht, die die Funktion des leberspezifischen Enzyms Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT) beeinträchtigen.1,3 Dieses Enzym (AGT) ist normalerweise für die Verarbeitung von Glyoxylat zuständig, das von einem anderem Leberenzym (GO) produziert wird.2,3
Ziehen Sie Konsanguinität in Betracht, wenn Sie Patienten mit Nierensteinen untersuchen? Erfahren Sie, warum dies bei der Beurteilung von Patienten mit Nierensteinen ohne bekannte Ursache wichtig ist.
Dr. Moochhala: Die Abkürzung PH1 steht für primäre Hyperoxalurie Typ 1. Primär bedeutet, dass es sich um eine genetische Erkrankung handelt. Hyperoxalurie bedeutet, dass ein Überschuss an Oxalat im Urin vorliegt. Oxalat ist ein Abfallprodukt. Und Typ 1 sagt uns, dass ein bestimmtes Enzym einen Defekt aufweist. Es gibt viele schädliche Folgen einer Überproduktion von Oxalat im Körper. Zunächst lagert sich das Oxalat in den Nieren ab, was zur Bildung von Steinen führt, aber auch zur Verkalkung der Nieren selbst.
Es kann sich auch in allen Weichteilen ablagern. Das können die Haut, die Augen, das Herz, die Muskeln und alle anderen Weichteile sein. Und diese Ablagerung ist dauerhaft, sie kann also die Funktion des entsprechendes Gewebes beeinträchtigen. Und deshalb ist es so eine so gefährliche, fortschreitende Erkrankung, die wir so früh wie möglich behandeln möchten. Häufig ist das einzige Anzeichen, dass der Patient schon seit einer gewissen Zeit an Nierensteinen leidet. PH1 ist eine sehr seltene Erkrankung und darum ist sie so schwer zu diagnostizieren.
Aber wir stützen uns auf Hinweise wie die familiäre Vorbelastung. Wir erkennen in der Tat erste Muster, darunter eine höhere Prävalenz von PH1 bei Patienten -mit bestimmten Hintergründen, zum Beispiel aus Südostasien, -dem Nahen Osten und Nordafrika. Meine Botschaft an alle Ärzte die Patienten mit seltenen Krankheiten diagnostizieren, lautet: wenn der Patient Nierensteine hat, „Was hat den Stein verursacht?“ Also genauso, wie wir es bei jeder anderen Erkrankung oder Symptomatik tun würden. Wir würden uns fragen, „Was ist der Grund?“ Das Gleiche sollten wir auch bei Patienten mit Nierensteinen tun. Wir sollten fragen, „Sie haben schon über einen längeren Zeitraum mehrere Nierensteine. Woran liegt das?“ „Haben wir darüber nachgedacht, woher das kommen kann?“ „Haben wir es untersucht?“ „Haben wir Sie an jemanden überwiesen, der sich das genauer ansehen kann?“ Denn auf diese Weise werden wir nicht nur häufige Krankheiten, sondern auch seltene Krankheiten. diagnostizieren. Wenn Sie glauben, etwas Ungewöhnliches festzustellen, beispielsweise einen Patienten mit einer leichten Nierenfunktionsstörung, aber einer ausgeprägten familiären Vorbelastung, die Sie aufhorchen lässt, oder eine ungewöhnlich ausgeprägte Steinbildung bei einem jungen Patienten, überweisen Sie diesen Patienten an einen Nephrologen. Eine frühe Diagnose der PH1 ist extrem wichtig. Je früher Sie mit der Stabilisierung der Nierenfunktion beginnen können, desto besser können Sie die Bildung weiterer Nierensteine hoffentlich verringern oder sogar verhindern. Bleiben Siebeharrlich, wenn Sie glauben, dass es ein Problem gibt. Ich würde viel lieber diesen Patienten untersuchen und feststellen, dass alles in Ordnung ist, als möglicherweise eine seltene Krankheit wie PH1 oder eine andere seltene Nierensteinerkrankung zu übersehen. Meine Botschaft lautet also: Bleiben Sie beharrlich.
Bei 70 %–80 % aller PH-Fälle handelt es sich um PH1. Dennoch ist PH1 eine seltene Krankheit mit schätzungsweise 1 bis 3 Fällen pro 1 Million Einwohner, einer Inzidenzrate von 1 Fall pro 120.000 Lebendgeburten pro Jahr in Europa, wobei die Prävalenz im Nahen Osten und in Nordafrika höher ist.1,3,7
PH1 führt zu einer progredienten Abnahme der Nierenfunktion.2
Eine Oxalat-Überproduktion kann zur Bildung von Calciumoxalat-Kristallen in der Leber führen, die Entzündungen und eine progrediente Abnahme der Nierenfunktion nach sich zieht.8,9 Eine kontinuierliche Oxalat-Überproduktion kann eine irreversible Schädigung der Niere und anderer Organe verursachen.8,9
Eine PH1 schreitet unterschiedlich schnell zu einer ESRD fort.2 Wenn die Niere nicht in der Lage ist, Oxalat wirksam auszuscheiden, kann es zu einer systemischen Oxalose kommen. Dabei handelt es sich um eine allgemeine Ablagerung von Calciumoxalat im Gewebe.9 Die Komplikationen der systemischen Oxalose können tödlich sein.2
In manchen Fällen kann die Nierenfunktion nach einem einzigen Dehydratationsereignis infolge einer akuten Erkrankung oder intensiver körperlicher Aktivität abnehmen.10–13 Dazu kann es selbst bei Patienten mit zuvor stabiler Erkrankung kommen.9,11
Die PH1 ist eine Erbkrankheit, die durch Mutationen im AGXT-Gen verursacht wird, die zu einer Dysfunktion des Leberenzyms AGT führen.3
Normalerweise verarbeitet die AGT das von einem weiteren Leberenzym (GO) produzierte Glyoxylat.2,3 Bei PH1 führt ein Defekt in der AGT dazu, dass Glyoxylat nicht zu Glyzin verarbeitet wird und es entsteht stattdessen Oxalat.2 Oxalat kann nicht verstoffwechselt werden und wird bei Vorliegen in normalen Mengen normalerweise über die Niere ausgeschieden.3 Bei einer Überproduktion, wie sie bei PH1 auftritt, kann Oxalat fortschreitende, irreversible Schäden verursachen.2 Oxalat verbindet sich mit Kalzium und bildet Calciumoxalat-Kristalle.2 Diese Kristalle sammeln sich im Nierengewebe an und bilden dort Nierensteine oder rufen eine Nephrokalzinose hervor.2,9 Die erhöhte Ausscheidung von Calciumoxalat über die Nieren führt zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion und kann zu einer systemischen Oxalose führen.9

„Aufgrund ihrer spezifischen Merkmale kann die PH1 über viele Jahre hinweg unerkannt bleiben. Frühe Symptome bei Erwachsenen, wie z. B. Nierensteine, werden häufig auf andere, weiter verbreitete Erkrankungen zurückgeführt. Wir müssen den Ärzten helfen, die Symptome schneller zu erkennen, um das Fortschreiten zu stoppen, bevor es zum terminalen Nierenversagen kommt.“
Kim Hollander
PH1-DEU-00126 | Januar 2026
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